Donnerstag, 26. Mai 2016

People: life with a soldier

Es gibt Dinge die möchte ich mit der Menschheit teilen. In der Hoffnung, dass ich ihnen irgendwie helfen kann. Dass ich Menschen mit den gleichen Problemen helfen kann. Es muss nicht immer eine Krankheit sein. So wie das Leben von einer sehr guten Freudin von mir:

Ich bin seit 5 Jahren glücklich in einer Beziehung. Wenn da nicht ein Haken wäre. Sein Job. Er ist Soldat. Zeitsoldat. Er hat sich für 12 Jahre verpflichtet. Als wir uns damals näher kamen, war alles noch sehr neu für mich, er war auch erst knapp 3 Jahre dabei. Ich ging damals sehr neutral an das ganze ran. Ich kannte mich ja nicht aus. 2 Jahre haben wir eine Beziehung geführt die nur über Wochenenden ging. Mal einen Tag am Wochenende, mal zwei. Er war 250km weit weg stationiert, dazu wohnte er noch 20km weiter weg. Von mir. In einer anderen Stadt. Dann zog er her. Zu mir. Ich dachte alles wird cool!  Unsere Beziehung war von Höhen und Tiefen geprägt. Es verging keine Woche wo keine Tränen flossen. Aber hey - wir hatten nun eine eigene Wohnung. Das hieß mehr Zeit für uns. Ein Jahr darauf folgte die Versetzung. Nur noch 150km. Er hatte vor jeden Tag zu pendeln. Was sich damals aber als schwer herausstellte. Als er dann ein paar Kameraden gefunden hatte, die auch aus der Nähe kamen stand er einen Montag Nachmittag vor mir. Ich konnte mein Glück kaum fassen! Endlich. Ein normales Leben. Das hielt dann leider nur 4 Wochen an. Es folgten 1,5 Jahre Lehrgänge. Wochenlange Trennungen, teilweise 800km zwischen uns. Aber eins vergaßen wir nie - das was zwischen uns ist. Das ist das besonderes. 2016 sollte es endlich soweit sein! Alle Lehrgänge vorbei. Ein normales Leben, tägliches nachhause kommen, mein Glück war perfekt.


Es war Freitag, der erste im Januar wo er zur Kaserne fuhr. Ich war lange im Stall, war glücklich. Er holte mich ab, es war anders. Aber ich machte mir keine Gedanken. Er kam mir nach, setzte sich zu mir. Ich habe ihn direkt gefragt was los ist. Dann kam es. Auslandseinsatz. 5 Monate. Mir hat es den Boden unter den Füßen weggerissen. Alles brach zusammen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte mich auf ein normales Leben gefreut. Endlich. Die Zeit bis heute verging wie im Flug. Er hatte oft lange Dienst, war viel auf den Übungsplätzen seitdem. Nun ist es Ende Mai. Es sind noch ein paar Tage bis er fliegt. Es bricht mir das Herz wenn ich nur daran denke. Es ist schwer sich damit abzufinden, viele Zweifel begleiten mich. Begreifen werde ich es sicher erst wenn er weg ist. Es fühlt sich leer an. Andere heulen rum weil sie sich ein paar Tage nicht sehen. Ich wünsche mir dabei nur ein geregeltes Leben. Ich verzichte viel. Seit Jahren sogar. Als Dankeschön gibt es aus der Gesellschaft Sprüche, Spott und Unverständnis. Wir werden unsere paar Tage Kuschelurlaub noch so gut es geht genießen, bis es heißt für viele Wochen Abschied nehmen. Ich selbst kann der Bundeswehr nichts gutes abgewinnen,aber ich sehe es als Neuanfang für uns. Ein Neuanfang nachdem hoffentlich dieses mal alles besser wird. Denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!
Kommentare on "People: life with a soldier "
  1. Danke, dass du diesen Text veröffentlicht hast. Deine Freundin ist nicht die Einzige! Man hat viele schwere Zeiten mit einem Soldaten aber die Liebe ist stark und auch Auslandseinsätze lassen sich GEMEINSAM überwältigen. Alles Gute für Sie und ihren Freund.

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  2. Antworten
    1. Es ist nicht nur eine Geschichte, sie ist wahr :)

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