Donnerstag, 19. Mai 2016

Written: 50 erste Dates #2

..Wir gehen ein Eis essen. Ich nehme eine Kugel Apfel und eine Kugel Erdbeere in der Waffel. A. entscheidet sich für 2 Kugeln Vanille im Becher. "Hier, ich gebe dir das Geld für mein Eis wieder" sage ich, "Nein, mein Vater hat mir immer gesagt, dass man das Mädchen nie bezahlen lässt. Behalte das Geld bitte. Das ist okay so" antwortete er mir. Mich beeindrucken diese Worte. Sie lassen mich lächeln. Den Nachmittag verbringen wir zusammen an einem größeren Teich. Hier nennen wir ihn "Mühlenteich". Er liegt an einer alten Wassermühle, direkt an den Bahngleisen. Es führt ein Pfad am Mühlenteich herum. A. und ich gehen einige Runden um den Mühlenteich spazieren, bevor wir weiter durch das Dorf gehen. A. macht mich Sprachlos. Sobald er mich anlächelt, spüre ich ein wärmendes Gefühl um mein Herz herum. Meine Gedanken kreisen wie wild durch meinen Kopf "Er ist doch so viel älter als ich", "Ich habe so Angst davor enttäuscht zu werden".


A. und ich schreiben sehr viel und treffen uns heute zum zweiten mal. Wir wollen uns wieder am Mühlenteich treffen. Scheinbar wird das nun so etwas wie unser Ort. Ich bin mindestens genauso aufgereegt wie bei unserem ersten Treffen. "Mama, ich treffe mich heute wieder mit L. im Dorf." lüge ich meine Mama erneut an. Mir ist es immer noch unangenehm. Ich bin das erste Kind von meiner Mama. Ich möchte all den neugierigen Fragen aus dem Weg gehen und behalte dieses kleine Geheimnis ganz für mich alleine. A. kommt wieder etwas verspätet an, aber ich kann ihm nicht böse sein. Sein Lächeln macht es wieder gut. Am Mühlenteich steht eine alte Holzbank. Direkt umgeben von Büschen. Mit einer wunderschönen Aussicht mitten auf den Teich. Dort setzen wir uns hin und fangen an zu erzählen. A. zeigt mir voller stolz seinen neusten Kauf. Ein Haarwachs was nach Kokos riecht. Ich schmunzel. Ich verstehe diese Faszination nicht. Ich stehe auf um näher an das Wasser zu gehen. A. kommt von hinten und nimmt mich in den Arm. Er tut so als würde er mich in das Wasser schubsen wollen. Ich spiele mit und provoziere ihn immer wieder erneut. Ich genieße so seine Nähe ohne ihn danach zu fragen. Es fühlt sich richtig gut in seinem Arm an. A. gibt mir ein beschützendes Gefühl. In den nächsten Tagen treffen wir uns noch einige male.


Unser fester Treffpunkt ist tatsächlich der Mühlenteich. Wir sitzen immer zusammen auf der alten Holzbank mit dem schönen Ausblick. Jedes mal geht dort eine ältere Dame spazieren, zusammen mit ihrem Golden Retriever. Sie ein eine gekrümmte Körperhaltung, einen richtigen Buckel hat Sie auf Ihrem Rücken. Die ältere Dame kann nicht mehr richtig aufrecht gehen. Die beiden haben mit der Zeit etwas vertrautes an sich. Sie gehören schon zu der Atmosphäre dazu. Am Mühlenteich bürstet sie oft ihren Hund. "Guck mal A., aus dem ganzen Fell könnte man fast einen zweiten Hund machen" sage ich. A. fängt an zu lachen. Im Hintergrund läuft immer dieses eine Lied. Er hört es jedes mal wenn wir uns treffen rauf und runter. Ich weiß sofort, dass mich dieses Lied immer an die gemeinsame Zeit erinnern wird.

*den Poncho habe ich freundlicherweise von  Jeans-Fritz  erhalten
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