Samstag, 14. Mai 2016

Written: 50 erste Dates

Vielleicht wollte eine höhere Macht genau das mit uns machen. Vielleicht wurden wir dazu bestimmt, bevor wir das Licht der Welt erblickten. Vielleicht sollen wir so viele Anlaufversuche haben, um aus unseren Fehlern deutlich zu lernen um es bei jeden Neubeginn besser machen zu können. Neubeginn? Gibt es diesen Neubeginn denn überhaupt immer wieder?

Es ist Donnerstag, zusammen mit meiner Klassenkameradin J. warte ich vor dem Werkraum in der Schule. Wir sind pubertierende 13 jährige Mädchen, die auf Krawall gebürstet sind. Wir finden es cool, uns gegenüber den älteren zu behaupten. Ein Junge geht an uns vorbei, der mir auffällt. Ich weiß nicht genau ob positiv oder negativ. Er guckt mich beim vorbei gehen sehr lange an und ich frage mich warum er das tut. "Ey, was guckst du mich so dumm an. Geh weiter man", rutscht es aus mir raus. Keine Reaktion. Mir geht dieser Junge nicht aus meinem Kopf. Ich möchte mich am liebsten für meine Reaktion entschuldigen. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Um 14:00 Uhr bin ich endlich Zuhause. "Hallo J., wie geht es dir? Wie war die Schule? Ich habe das Essen gleich fertig" begrüßt mich meine Mama. Ich schmeiße meine Schultasche in die Ecke, meine Schuhe hinterher, verdrehe die Augen und bringe in einem unfreundlichen Ton "ich habe keinen Hunger." heraus. Genervt gehe ich in mein Zimmer, schmeiße direkt meinen Laptop an und öffne SchülerVZ. Mir geht dieser Junge nicht aus dem Kopf. Ich habe sein Aussehen noch genau vor Augen. Über eine Stunde suche ich diesen Jungen im sozialen Netzwerk. Bis ich fündig werde. "Hey, warst du das heute in der Schule bei den Werkräumen?" schrieb ich mutig in das Nachrichtenfenster. Ich muss nicht lange warten, da erreicht mich eine Antwort. "Nein, haha, ich gehe gar nicht mehr auf diese Schule. Warum denn?". Ich weiß nicht wieso ich es mache, aber ich erzähle einem wildfremden Jungen, was mir am Vormittag passiert ist. Er war aber nicht der Junge, den ich heute Morgen in der Schule gesehen habe. Das ist mir nun aber ganz egal. Der Junge, dem ich geschrieben habe, er ist unglaublich interessant.


Er ist 18 Jahre alt und heißt A. Wir schreiben nun schon seit fast 2 Wochen. A. ist sehr viel mit seinen Freunden unterwegs. Im Gegensatz zu mir. Es ist mitten im Sommer. Den ganzen Tag ist A. im Freibad und am Abend nur mit viel Glück zu erreichen. Nach 3 Wochen wollen wir uns das erste mal treffen. Heute ist es soweit. Ich bin ganz aufgeregt. Ich bin 13 Jahre alt und möchte mich mit einem Jungen treffen der 5 Jahre älter ist. Ich erzähle meiner Mama, dass ich mich mit einer Freundin im Nachbarort treffen werde. Mir ist es unangenehm meiner Mama zu erzählen, dass ich mich mit einem Jungen treffe. Ich schnappe mir meine Tasche, meinen MP3 Player und meine Kopfhörer. Hinter mir schließe ich die Haustür. Ich brauche ungefähr 20 Minuten. Fahrrad fahren war noch nie mein Fall. Ich bin schon immer zu Fuß gegangen. Wir wollen uns auf der Bank vor der Polizei treffen. Umso näher ich unserem Treffpunkt komme, desto aufgeregter bin ich. 20 Minuten später bin ich angekommen. Ich bin sehr aufgeregt und setze mich hin. Mir gehen so viele Gedanken durch den Kopf. Wie soll ich mich hinsetzen? Soll ich meine Kopfhörer lieber raus nehmen? Wie soll ich mich verhalten und wie begrüßen wir uns? Er verspätet sich. Ich werde langsam unsicher ob er sich nicht doch nur einen Scherz erlaubt. Ich bin 13 Jahre alt, was möchte er mit mir? Ich bin noch ein Kind. Ich habe ganz andere Sachen im Kopf als ein 18 jähriger Junge. A. ist 20 Minuten zu spät, als er mit seinem schwarzen Fahrrad vor mir steht und ein leises "Hi, wie gehts dir?" hervor bringt. Er trägt eine weiße Capr mit schwarzen dünnen Streifen und einem großen "A" vorne drauf. Er lächelt mich an und es ist um mich geschene. Ich bin schüchtern und mache mir zu viele Gedanken darum, was meine Mitmenschen von mir denken. "Hallo, gut und dir?" bringe ich schüchtern und fast ohne Stimme hervor.. 

*das Kleid ist aus der aktuellen H&M Kollektion
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