Freitag, 10. Juni 2016

Written: 50 erste Dates #4

..Als A. von seiner Klassenfahrt wieder da ist, treffen wir uns alle zusammen wieder in unserem Schwimmbad. S. ist auch dabei. Mich stört das, aber ich besitze nicht die Stärke und das Selbstbewusstsein, mich ganz alleine mit A. und seinen Freunden zu treffen. Nach einiger Zeit macht mein mangelndes Selbstbewusstsein mir einen Strich durch die Rechnung. Ich werde traurig und sehne mich nach meinem Zuhause. Kurzer Hand entscheide ich mich dafür, dass ich besser fahren sollte. Ich gehe mich umziehen. Als ich wieder komme, sehe ich, dass A. an meiner Tasche spielt. Was macht er da? Er sieht mich und schreckt zurück. Er tut so als sei nichts passiert. Ich schnappe mir meine Tasche, verabschiede mich und gehe Richtung Ausgang. S. bleibt noch. Was anderes habe ich auch nicht erwartet. Ich schließe mein Fahrradschloss auf, stecke mir meine Kopfhörer in die Ohren und fahre nachhause. Meine Gedanken schwirren die ganze Zeit um A. Warum bin ich nur so schüchtern? Gefalle ich ihm überhaupt? Bin ich ihm nicht doch etwas zu jung? "Hallo J. Wie war dein Tag? Hattest du Spaß?" fragt mich meine Mama. Es ist schön zu sehen, wie sehr Sie sich für mich interessiert. Doch noch schöner ist es zu sehen, wie sie sich für mich freut, dass ich endlich eine Freundin habe mit der ich viel zusammen Unternehme. Das ist nicht typisch für mich. Ich habe wenige Freunde. Ich kann sie alle an einer Hand abzählen. Ich bin sehr viel Zuhause. Ich bin nicht die typische Jugendliche. Ich meide Geburtstage und treffe mich nicht gerne mit Menschen.


"Hey Mama! Ja, war ganz okay" antwortete ich ihr kurz und knapp. Ich rede nicht gerne über meine Sorgen. Ich versuche damit lieber alleine umzugehen. Fresse die Probleme lieber in mich rein und versuche sie ganz alleine zu lösen. Ich hänge meinen nassen Bikini und die feuchten Handtücher auf der Wäscheleine im Garten auf. Meine Tasche werfe ich auf mein Bett. Ich schnappe mir den Laptop und versuche mich abzulenken. Das klappt nicht. A. schreibt mir "Hey, guck mal in das kleine Fach vorne in deiner Tasche xD" - "Was ist da? Okay, warte. Ich gucke nach" antworte ich. Ich stelle den Laptop neben mir auf die Bettdecke und schnappe mir meine Tasche. Ich öffne das kleine Fach. Mir kommt eine kleine Schachtel, in Form eines Herzens, entgegen. Mir wird plötzlich flau im Magen. Ich öffne die kleine Schachtel und muss plötzlich anfangen zu lächeln. Ich halte die kleine Schachtel an meinen Körper und atme tief ein. Meine Augen füllen sich mit Tränen. A. hat mir aus Berlin einen Hello Kitty Ring mitgebracht. Woher weiß er, dass ich ganz verrückt nach der kleinen japanischen Katze bin? Ich packe alles wieder zusammen und verstecke die Schachtel in meinen Schrank. Zu groß ist die Angst, dass meine Mama den Ring sieht und mich fragt woher ich diesen habe. Mir ist es unangenehm ihr von A. zu erzählen. Ich möchte peinlichen Fragen aus den Weg gehen und keinem eine Erklärung schuldig sein. "Oh mein Gott! Danke für den Ring. Ich freue mich sehr. Das ist wirklich lieb von dir" schreibe ich in das Chat-Fenster.

Mittlerweile ist es schon Oktober. 4 Monate sind vergangen. Ich bin wieder im sozialen Netzwerk unterwegs. A. teilt gerne seine Erinnerungen mit der Öffentlichkeit. Ich habe das Gefühl, dass A. gar nicht mehr ohne Kamera aus dem Haus geht. Plötzlich sehe ich so viele Bilder mit ihm und diesen einem Mädchen. Sie scheint sehr viel älter als ich zu sein. Sie heißt F. F und A. sehen sehr vertraut aus. Ich traue mich nicht, A. zu fragen, was zwischen den beiden los ist..
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