Dienstag, 26. Juli 2016

Written: 50 erste Dates #9

Ich gebe mir wirklich Mühe aber ich schaffe es nicht noch länger im Stall zu bleiben. Ich zücke mein Handy, überlege noch einmal kurz und schreibe dann A. eine Nachricht, dass er gerne los fahren kann. Keine 10min später sehe ich durch unsere riesige Glaswand im Stall die Schweinwerfer von A. seinem Polo. Mit einem breitem Grinsen verabschiede ich mich bei den Mädels und gehe raus in die Dunkelheit. Ich merke, wie ich mich anstrengen muss, dass ich nicht los laufe und freudige Luftsprünge mache. Selbst mein Grinsen muss ich mir verkneifen. Ich kann mir nur zu gut vorstellen, dass das super daneben aussieht. Mit einem riesen Schwung reiße ich die Beifahrertür auf ,,Hey" kommt es aus meinem Mund nur so gesprudelt. ,,Na, alles klar bei dir?" fragt mich A. so lässig wie immer.

Als wir los fuhren, konnte ich mein Glück kaum fassen. Ich treffe mich also tatsächlich mit A. an einem Abend? Das war also keine leere Versprechung? ,,F. ist auch bei meinem Freund. Dann lernt ihr euch endlich mal kennen" reißt es mich aus meinen Gedanken. Ich bin mir nicht sicher ob ich A. gerade mit offenem Mund angucke oder ein neutralen Blick habe. Das einzige was aus meinem Mund kommt ist ein ,,okay". Ich merke wie mir das Blut aus meinem Kopf strömt. Mir wird schlecht. Ich kann das Gefühl nicht einordnen. Es ist neu. Irgendwas zwischen Eifersucht, Angst und Aufregung.


Sein Freund wohnt am Mühlenteich. Dort, wo wir uns am Anfang immer getroffen haben. Das muss ein schlechter Scherz sein. Die Zeit passiert revue in meinem Kopf. Zack. Ich habe alle Bilder und Momente von damals wieder vor Augen und bin vertieft in meinen Gedanken. Ich merke nicht, dass A. schon aus dem Auto gestiegen ist. ,,Kommst du? Wir sind da!" reißt er mich aus meinen Träumen. Ich bin von Natur aus ruhig aber jetzt bin ich noch ruhiger. Ich lerne nicht gerne neue Leute kennen. Schon gar nicht die Freundin von dem Jungen den ich mein Herz geschenkt habe. ,,Du brauchst dir wirklich keine Gedanken machen. Die beiden sind super nett und wenn es dir zu viel wird, dann fahre ich dich nach Hause. Dir soll es gut gehen" sagt A. mit ruhiger Stimme zu mir. ,,Okay" antwortete ich. Die Wohnung von seinem Freund ist sehr klein. Durch die Küche kommen wir in das Wohnzimmer wo auch schon F. sitzt. Mein Herz fängt an zu schlagen, ich bekomme Schweißausbrüche. ,,Hey, ich bin Jasmin" sage ich und setze mich auf das Sofa. Es wirkt nicht wirklich einladend und die Katzen toben um mich herum. F. macht sich Zigaretten und A. beobachtet mich skeptisch. ,,Jasmin du kannst mit F. noch Pizza holen und etwas zu trinken". Ich sage nichts und gehe mit F. zum Auto. Ich sitze hier nun also mit dem Mädchen im Auto auf die ich seit fast 3 Jahren eifersüchtig bin. Die A. verboten hat mit mir Kontakt zu haben und mich aus seinem Leben löschen wollte. Ich versuche etwas mit ihr zu reden. Frage nach wie es ihr geht und was sie beruflich macht. Der typische Small-talk.


Meinen Abend verbringe ich nicht mehr so lange in der Gesellschaft von den drei. Ich fühle mich nicht wohl und möchte lieber wieder zurück in mein Zimmer. In meine gewohnte Umgebung. A. bringt mich nach Hause und fragt ob alles in Ordnung ist. Nein. Nichts ist in Ordnung. Wie soll ich ihm sagen, dass ich gerne mehr Zeit mit ihm verbringen möchte? Das ich Angst habe ihn wieder zu verlieren? Wie soll ich ihm sagen, dass ich immer noch unendliche Gefühle für ihn habe? Natürlich sage ich kein Ton und nicke nur mit dem Kopf. Zuhause angekommen verspricht A. mir sich wieder bei mir zu melden und dass wir uns ganz bald wieder sehen. Ich grinse, nehme ihn noch einmal zum Abschied in den Arm und verlasse das Auto. Mit gemischten Gefühlen gehe ich zur Haustür und atme tief ein und wieder aus..
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