Donnerstag, 25. August 2016

Couch vs. Crosstrainer und der innere Schweinehund

Er knurrt, er bellt, er zieht uns so richtig schön herunter. Gutes Zureden hilft da nicht, und auch das bestechen mit Belohnungen wird ihn eher anhänglich machen als ihn zu vertreiben. Anstatt also gegen ihn anzukämpfen, sollten wir dreist und unnachgiebig zurückfaulen!

Der ersten Monate des Jahres sind vorüber, die Hoch-Zeit der Fitnessstudios ist wieder vorbei. All die guten Vorsätze fürs neue Jahr haben uns ein paar Wochen lang begleitet und guten Gewissens könnten wir uns jetzt eine kleine Pause gönnen. Machen all die anderen ja schließlich auch, mit denen wir uns Anfang Januar noch um die Kurzhanteln im Studio geprügelt hhaben und von denen seit ein paar Tagen jede Spur fehlt.


Hach, was waren wir motiviert: Stärker werden, den Sixpack spielen lassen, endlich wieder ohne Baucheinziehen in die alte Lieblingsjeans passen, beim Firmenlauf leichtfüßig über den Asphalt schweben, ohne uns die Seele aus dem Leib zu keuchen und die Kollegen schön blöd aus der Wäsche gucken lassen. Und jetzt? Auf den Straßen ist es kalt, feucht und glatt, und zuhause ist es viel schöner. Sommer haben wir in Deutschland sowieso nicht mehr. Heute könnten wir uns wirklich mal etwas gönnen - das Jahr hat immerhin noch genug Tage, in denen wir uns einen abschwitzen können.
 
Diese Gedanken kommen einem zwangsläufig, wenn man nicht gerade Superwoman auf Koks ist. Auch die Gym-Addicts, die gefühlt jeden Tag zum Sport gehen, kennen ihn, den inneren Schweinehund. Er ist immer da - entscheidend ist nicht, ob ihr stärker seid als er und auch nicht, wie ihr ihn austrickst. Das verraten Fitness-Magazine ja in jeder zweiten Ausgabe anhand von Zehn Motivationstipps, wie etwa dem einfallsreichen ,,Stellen Sie ihre Laufschuhe vors Bett" oder ,,Denken Sie daran, wie gut Sie sich nach dem Workout fühlen". Das stimmt zwar, aber wenn ich totmüde bin und mich einfach nur aufs Sofa fläzen möchte, kann ich mir wahrlich nicht vorstellen, dass ich mich nach einer Stunde auf dem Laufband supertoll fühlen werde. Nein, im Gegenteil. Und deshalb bin ich der Meinung, dass es vielmehr darauf ankommt, den inneren Schweinehund mit seine eigenen Waffen zu schlagen.


Was für ein geheimnisvoller Tipp! Ich hoffe ihr seid jetzt nicht allzu enttäuscht, wenn ich sage, dass kein tieferer Sinn dahinter steckt. Den inneren Schweinehund bezwinge ich nämlich tatsächlich mit Faulheit. Obwohl ich seit Jahren mehrmals in der Woche zum Sport gehe, fällt er auch mich hin und wieder heimtückisch an. meist vergeude ich dann ziemlich viel Zeit damit, mir Ausreden zu überlegen, weshalb ich heute wirklich mal eine Pause brauche. Stress auf der Arbeit. Zuhause muss aufgeräumt werden. So viel zu erledigen. Ich bin müde und will einfach nur schlafen. Diese Liste könnte ich unendlich weiterführen..!

Was mich spätestens am Abend aber dann doch zum Trainieren bring, ist meine eigene Faulheit. Denn ich weiß, wenn ich das Training ausfallen lasse, werde ich am nächsten oder übernächsten Tag - und überhaupt in der Zukunft - mehr Zeit investieren müssen. Ich müsste noch länger auf mein Ziel hinarbeiten, noch einen Tag länger schwitzen. Und weil ich faul bin, bringe ich das Training lieber doch hinter mich. Sportschuhe an, eine Stunde gesportelt und schon kann der Abend weitergehen. Und tada: Ich habe jetzt immernoch genug Zeit für das, weswegen ich den Sport schwänzen wollte. Aufräumen.Ausruhen.Entspannen. Und es stimmt natürlich: Ich fühle mich jetzt wirklich unglaublich gut!
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