Freitag, 2. Dezember 2016

2016 - Ich habe fertig!

Das Leben ist keine Kommode, leider. Zumindest nicht für mich. Dabei habe ich immer jene Menschen beneidet, die das können - immer noch mehr reinstecken und wenn eine Schublade voll ist, dann nimmt man eben die nächste. Ach, schon wieder eine Beziehung vorbei. Da hat mir jemand verdammt weh getan und hier ist wieder etwas kaputt gegangen, von dem ich bis heute nicht verstehe, warum eigentlich. Aber egal, weg damit und Schublade zu. Einfach nicht weiter darüber nachdenken.

Das ist natürlich auch einfacher, als den Haufen, den man da gerade in die Schublade steckt, genauer anzusehen. Und sowieso viel einfacher, als mal all das anzusehen, was da in dieser Kommode schlummert. Das würde nur Kraft kosten und traurig machen. Und wütend vielleicht auch. Man würde sich schämen, man würde bereuen und im schlimmsten Fall ein schlechtes Gewissen haben. Was dagegen einfacher ist: arbeiten, bis man alles vergisst, trinken, bis man einschläft, endlich einschläft. Nich so bequem: Alleine ins Bett gehen und nicht einschlafen können, weil die Gedanken sich drehen, bis man kurz davor ist wahnsinnig zu werden.



Wie machen das diese Menschen? das habe ich mich immer gefragt. Wie kann man all das so leicht wegstecken? Und wo steckt man es hin? Die Nächte in Betten, in denen geredet und gelacht hat, bis es viel zu spät war. Die kleinen Blicke zwischen Kopfkissen. Die Küsse, die Berührungen. Die Momente, in denen man den Anderen angesehen hat und sich sicher war, dass man nie glücklicher war. Und vor allem die Träume, die man mit dem Anderen hatte. Das ist wahrscheinlich das Schwerste: Den ganzen, großen Plan vergessen. Die Illusionen verabschieden, die vielleicht gemeinsame Zukunft. Und ach, weißt du noch? Und ach, egal. Schublade zu.

Das Leben ist keine Kommode, zum Glück. Denn ich glaube, ich habe mittlerweile verstanden, was passiert, wenn man immer nur reinstopft: Man platzt irgendwann. Oder wird im schlimmeren Fall krank. Und deshalb ist es besser, zu weinen und zu trauern. Wütend zu sein, so unbequem es auch ist. Alleine einzuschlafen und alles aufzuschreiben. Was man vermisst, was man hasst, was man nicht mehr miteinander erleben wird. Es ist besser, Abschied zu nehmen - und sei es von den lächerlichsten Dingen.


Denn zumindest weiß man dann: Es war alles da. Es war alles echt. Und es geht irgendwann vorbei.

Und genau das habe ich dieses Jahr ganz besonders verspürt. Es ist gerade mal Anfang Dezember und wir haben noch genau 28 Tage Zeit viele Dinge zu erleben. Ich schreibe meinen kleinen Abschiedsbrief an 2016 aber heute schon. Kein Jahr verlief schwieriger als 2016. Ich habe jeden Stein mitgenommen, den man mir nur in den Weg hätte legen können. Und am ende des Jahres kann ich sagen, dass ich über jeden einzelnen Stein dankbar bin, Ich bin an euch gewachsen und habe mich als Person noch besser kennengelernt. Ich weiß jetzt, dass ich viel mehr Kraft habe als ich mir jemals zugetraut habe. Danke 2016, dass du mir das gelehrt hast.
Kommentare on "2016 - Ich habe fertig!"
  1. Wunderbare Worte. Auf das 2017 nicht ganz so steinig wird :)
    Liebste Grüße, Dorie
    www.thedorie.com

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  2. Tolle Worte: wenn es schon kein gutes Jahr war, so hat man eine Menge gelernt - gefällt mir. Danke für Deine Worte.

    ♥liche Grüße - Lenchen vom Testereiwahnsinn

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  3. 2016 war bisher definitiv nicht mein Jahr.
    Alles was ich mir in meinem bisherigen Leben aufgebaut habe, ist im Wandel.
    So viele Veränderungen auf einmal, die mir ein wenig den Boden unter den Füßen weggezogen haben.
    Aber ich kämpfe weiter und hoffe, dass es endlich besser wird.
    Dir wünsche ich alles Liebe und Gute.
    Eine Trennung ist etwas sehr schmerzhaftes,aber irgendwann tut es nicht mehr so weh.
    Liebe Grüße,Aletheia

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    1. Ich wünsche dir auch alles Liebe und Gute :)
      Dieses Jahr waren es definitiv nur Trennungen von Dingen die mir ganz und gar nicht gut getan haben.

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